Herausforderungen in belasteten Beziehungen
Die Beziehungen von Paaren, die sich für eine Paartherapie entscheiden, sind häufig von Streitereien und Spannungen geprägt. Oftmals konzentrieren sich beide Partner*innen nur noch auf die störenden Eigenschaften des anderen. Selbst kleine Lappalien, die nicht den eigenen Erwartungen entsprechen, können zu Konflikten führen. Entgegen der landläufigen Meinung ist Streit jedoch kein unverzichtbarer Bestandteil einer Beziehung, sondern sollte eher minimiert werden. Kritik und der Wunsch nach Verhaltensänderung können viel konstruktiver geäußert werden, wenn die aktuelle Gefühlslage außen vor gelassen wird.
Umgang mit Konflikten: Spannungen nicht verdrängen
Obwohl Streit vermieden werden sollte, ist es dennoch wichtig, nicht allen Spannungen aus dem Weg zu gehen. Konfliktreiche Themen können sich sonst aufstauen und später zu einer Eskalation führen.
Ein besserer Ansatz ist es, gemeinsame Kommunikationskanäle zu finden, über die Probleme und Wünsche besprochen werden können. So können Paare auf lange Sicht eine gesündere Art der Konfliktlösung entwickeln.
Vorbeugende Aussprachen: Ein Ansatz der Paartherapie
Nach Schindler, Hahlweg und Revenstorf (2013) kann eine Paartherapie dabei helfen, sogenannte „Vorbeugende Aussprachen“ zu etablieren. Wenn es keine klare Absprache gibt, bleiben die Erwartungen des/der Partners/Pertnerin unklar, und der Versuch, eine sofortige Verhaltensänderung zu erzwingen, führt oft zu Rivalitäten. Diese Konflikte müssen dann bei jeder neuen Gelegenheit ausgetragen werden. Wenn Paare hingegen im Voraus besprechen, wie sie angemessen auf Situationen mit Spannungspotenzial reagieren, wird Enttäuschung vermieden und die Beziehung kann sich weiterentwickeln.
Kompromissbereitschaft als Schlüssel zur Konfliktlösung
Bei der Konfliktlösung ist es entscheidend, Kompromisse zu finden, bei denen beide Partner*innen gewinnen. Ein Konflikt sollte nicht dazu führen, dass einer als „Sieger“ und der andere als „Verlierer“ hervorgeht. Indem beide Parteien Kompromissbereitschaft zeigen, kann eine langfristig stabile Partnerschaft gefördert werden.
Positive Fortschritte im Blick behalten
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, die Fortschritte in der Partnerschaft im Auge zu behalten und sich nicht ausschließlich auf die negativen Seiten zu fokussieren. Das Bewusstsein für positive Entwicklungen kann die Beziehung stärken und das gegenseitige Verständnis fördern.
Toleranz und der richtige Zeitpunkt für Konfrontationen
Obwohl Streitereien nicht immer vermeidbar sind, sollte man sich vor einer Konfrontation fragen, ob diese wirklich notwendig ist. Ein wenig Toleranz kann oft dazu beitragen, neue Spannungen zu vermeiden. Wenn der Partner beispielsweise regelmäßig fünf Minuten zu spät kommt, stellt sich die Frage, ob dies im größeren Zusammenhang wirklich von Bedeutung ist. Falls das Problem dennoch angesprochen werden soll, ist es ratsam, dies zu einem passenden Zeitpunkt zu tun und nicht in direkter Reaktion auf das unerwünschte Verhalten. Dadurch wird verhindert, dass emotionale Befindlichkeiten die eigentliche Botschaft überlagern.
Gemeinsame Lösungsfindung und gegenseitiger Respekt
Wenn beide Partner die Möglichkeit haben, Wünsche, Vorstellungen und Probleme anzusprechen, und sich gemeinsam nach einer adäquaten Lösung umsehen, führt dies dazu, dass sich beide ernstgenommen fühlen. Dadurch signalisiert man dem Gegenüber indirekt, dass einem die Beziehung wichtig ist und man bereit ist, wertvolle Zeit zu investieren, um daran zu arbeiten.
Quellenhinweis: Schindler, L., Hahlweg, K. & Revenstorf, D. (2013). Partnerschaftsprobleme? Handbuch für Paare. 4. überarbeitete Auflage. Springer-Verlag: Berlin Heidelberg.
Hinweis: Der oben genannte Artikel ersetzt nicht den Besuch beim Psychologen, Arzt oder Therapeuten und ist nicht zur Selbsttherapie/-behandlung geeignet.
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